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Mo ghra mo bheatha (A Mello Romance)
Ich betrete den Korridor. Mein Herz klopft wild, mein Busen bebt. Werden meine geheimsten Wünsche Wirklichkeit? Lord McTrowdon hat mich in sein Arbeitszimmer rufen lassen. Seit er sich vom Pferd schwang und mich behutsam in seine Arme nahm, habe ich ihn nicht wiedergesehen. Meine Stute war vor einem Fuchs zurückgeschreckt, der plötzlich aus dem Gebüsch schoss und meinen Weg über Ländereien kreuzte, von denen ich nun weiß, dass sie dem Lord gehören. Ich konnte mich nicht halten, fiel zu Boden und muss kurz ohnmächtig geworden sein. Zu meinem Glück fand mich der Lord und ließ mich sogleich in sein Schloss schaffen.
Der knurrige Dorfarzt sprach von einer leichten Gehirnerschütterung, aber dass ich so benommen wirkte, hatte einen ganz anderen Grund. In den Armen dieses hochgewachsenen Mannes zu liegen, seinem kantigen Gesicht mit den warmen, braunen Augen so nahe zu sein – ich war noch ganz beseelt davon, und gleichzeitig zerriss es mir das Herz, dass er mich seinen Bediensteten überließ und gleich wieder davonritt, um meine Stute einzufangen, als er sich überzeugt hatte, dass ich nicht ernsthaft verletzt war.
Ich klopfe an seine schwere, holzgetäfelte Tür. Ist es ihm wie mir ergangen? Kann auch er die Blicke nicht mehr vergessen, mit denen wir förmlich ineinander versanken? Hat auch er dieses tiefe Wiedererinnern gespürt, als würden wir uns schon Ewigkeiten lang kennen? Nein, schelte ich mich, ich darf nicht solche Gedanken und Hoffnungen hegen. Lord McTrowdon liegen die schönsten und begehrenswertesten Frauen der Welt zu Füßen. Was sollte er an mir finden, einer unscheinbaren Touristin, die ihr Pferd nicht im Griff hat und kein Wort des Dankes über ihre Lippen gebracht hat.
»Ja bitte?«, erklingt seine Stimme hinter der Tür, kraftvoll und doch auch sanft, fast zärtlich. Mit zitternden Fingern drücke ich die Klinke herunter. Er sitzt hinter einem geschwungenen Schreibtisch mit wunderschönen Intarsien, springt, als er mich sieht, jedoch gleich auf und tritt mir federnden Schrittes entgegen. Mir wird schwindlig vor Verlangen, und ich muss mich an der Tür festhalten.
Lord McTrowdon sinkt vor mir in die Knie. »Schöne Reiterin, deren Namen ich nicht kenne, du hast mein Herz im Sturm erobert, und ich weiß nicht, wie mir geschieht. Eine ungeheure Macht, die mir vor unserer unverhofften Begegnung gänzlich unbekannt war, treibt mich dazu, das Unmögliche zu hoffen: dass es dir ebenso ergeht wie mir.«
Er blickt zu mir hoch, die Augen voller Hingabe und Hoffnung, und ich bringe wieder kein Wort über die Lippen. Sollte ich ihm das sagen, mit der »ungeheuren Macht« und wer dahintersteckt. Wird er überhaupt wissen, was ein Groschenheft ist? Mir zittern die Knie. Kann es wirklich wahr sein?
»Willst du«, haucht er, »meine Frau werden?« Ich falle erneut in Ohnmacht, aber diesmal fangen mich seine starken Arme auf.