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♫ Grimm örlög ♫


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Ich betrete den Kor­ri­dor. Auch hier suchen schon die Jäger nach mir. Bevor sie sich auf mich stür­zen kön­nen, bin ich zur Seite gesprun­gen. Hier beginnt eine lange Treppe, für die meine vier Beine eigent­lich viel zu kurz sind, aber die Todes­angst treibt mich her­auf. Die Krie­ger fol­gen mir. Vor mir sehe ich einen Mann eine schwere Boh­len­tür öff­nen. Ich folge ihm, renne ihm zwi­schen die Füße, schmeiße ihn um, ohne es zu wol­len, und dränge mich zit­ternd in eine Ecke des Rau­mes.

»Schließe Er die Tür, Koch!«, don­nert eine Stimme. Folg­sam erhebt sich der Mann vom Boden. Vor der Tür ste­hen, stumm her­einstar­rend, ein paar der Ein­her­jer, die mich ver­folgt haben. Der Koch schließt die Tür und wen­det sich um. Er hat ein ruß­ge­schwärz­tes Gesicht. Ich kenne ihn! Es ist der Koch, der die Jäger auf mich gehetzt hat und mich in sei­nen Kes­sel wer­fen will.

Den ande­ren Mann, den, der an der Fens­ter­öff­nung steht, kenne ich nicht. Zwei Raben sit­zen auf sei­ner Schul­ter, doch jetzt flat­tern sie auf und flie­gen kräch­zend ins Freie.

»Herr, der Eber …«, setzt der Koch an und ver­stummt.

»Das sehe ich.« Der Mann am Fens­ter hat nur ein gesun­des Auge. Es fixiert mich. Ich bebe am gan­zen Kör­per und ver­su­che, mich so klein wie mög­lich zu machen.

»Der Eber wollte heute nicht in den Wald, um sich jagen zu las­sen. Er ist zurück in die Burg gelau­fen und dann … offen­sicht­lich …« Wie­der ver­stummt der Koch.

»Offen­sicht­lich direkt zu mir. Spare Er mir Erklä­run­gen für Dinge, die auf der Hand lie­gen. Viel­leicht will der Eber nicht gejagt wer­den, viel­leicht gefällt ihm das nicht?«

Der Koch nickt.

»Viel­leicht will er auch nicht zer­legt und gekocht wer­den? Um aus sei­nen Kno­chen am nächs­ten Mor­gen wie­der­zu­er­ste­hen, nur damit er erneut gejagt, zer­legt, gekocht und ver­speist wird von Krie­gern, Wal­kü­ren und mei­nen Wöl­fen? Und das Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr?«

Der Koch steht regungs­los da.

»Oder würde viel­leicht Er an solch einem Los Gefal­len fin­den? Koch?«

Der Mann mit dem ruß­schwar­zen Gesicht schüt­telt den Kopf. Auch er scheint sich so klein wie nur mög­lich machen zu wol­len.

»Also erlö­sen wir ihn von sei­nem Schick­sal.« Der Mann am Fens­ter geht ein Stück zur Seite und nimmt einen glän­zen­den Speer von der Wand.

»Aber Herr!«, wirft da der Koch ein. »Was soll ich dann mor­gen auf­ti­schen zum Fest? Was sol­len die Ein­her­jer in Zukunft essen? Und was soll Eure Wölfe sät­ti­gen?« Er hat sich vor­ge­wagt, doch wird ihm mit einem Mal bewusst, wen er da maß­re­gelt, und so ver­beugt er sich jetzt tief und geht rück­wärts, bis er an die Tür­flü­gel stößt.

Der Mann am Fens­ter lacht. »Mor­gen, Koch, wenn er wie­der zum Leben erweckt wird, wird der Eber nichts mehr davon wis­sen, dass ihm sein Gott Erlö­sung ver­spro­chen hatte.«

Und damit wirft er den Speer. Es geht alles so schnell, dass ich nichts spüre. Mir wird plötz­lich ganz leicht, und ich bli­cke wie von weit oben auf die Welt. Alles kann ich von hier aus sehen. Es scheint ein gewal­ti­ges Fest bevor­zu­ste­hen, bei dem Ströme von Met flie­ßen wer­den. Und unter einem gro­ßen Kes­sel heizt der Koch das Feuer an …