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Sug­gested Hymn for Ever Ever Land

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Ich betrete den Kor­ri­dor, und so wird es bis in alle Ewig­keit sein, denn ich bin in genau die­sem Moment des über die Schwelle Schrei­tens gefan­gen, als wäre es ein Foto. Die­ser ein­ge­fro­rene Augen­blick – die Hand an der Klinke, der linke Fuß in der Luft, der Blick nach vorn, meine Hoff­nung und Erwar­tung – wird für mich nie wie­der zu Ende sein.

Das gol­dene Buch Got­tes gibt es wirk­lich. Ich erfuhr das alles nach mei­nem Able­ben: Darin ver­zeich­net er nicht etwa die guten und die schlech­ten Taten aus dem Leben sei­ner Geschöpfe, son­dern jeweils nur einen ein­zi­gen Moment.

Wenn ich alles rich­tig ver­stan­den habe, dann behält Gott, nach­dem in die­ser Ver­sion sei­ner Schöp­fung alle Mög­lich­kei­ten durch­ge­spielt sind, am Ende von allem etwas als Sou­ve­nir zurück: Was bleibt, ist eine Art kos­mi­sche Schnee­ku­gel, in der all diese win­zi­gen per­fek­ten Augen­bli­cke wie in Form­alde­hyd oder bes­ser noch wie in Gieß­harz für immer auf­be­wahrt sind – von jedem von uns der ulti­ma­tive Kul­mi­na­ti­ons­punkt eines Daseins, das spe­zi­elle Zeit­frak­tal, in dem ein Bewusst­sein hell auf­ge­blitzt ist und sich kurz voll­kom­men ent­fal­tet hat.

Das mag ganz groß­ar­tig klin­gen, nur lei­der han­delt es sich – musste ich sozu­sa­gen am eige­nen Leib erfah­ren – offen­bar nicht unbe­dingt um die Augen­bli­cke unse­res Lebens, von denen wir hof­fen oder auch nur glau­ben, sie kämen dafür infrage. Im Gegen­teil: Oft ist es ein Moment, der uns im Vor­bei­le­ben gar nicht beson­ders auf­ge­fal­len ist und den wir – wenn wir uns über­haupt an ihn erin­nern – ziem­lich uner­heb­lich fin­den wür­den.

Ich betrete den Kor­ri­dor. Und so wird es immer sein – ein ver­stei­ner­ter, immer­wäh­ren­der Augen­blick. Aber warum nur bin ich in die­sem Moment gefan­gen? Warum ist es nicht der Kuss des Gelieb­ten auf mei­nen Lip­pen, der Anblick des ster­nen­über­sä­ten Him­mels, den ein auf­schim­mern­der Meteor durch­kreuzt, oder auch nur der herz­hafte Biss in einen rei­fen Apfel? Nein. Ich betrete den Kor­ri­dor. Dies ist – nach dem Rat­schluss des Höchs­ten – mein Moment. Mein ewi­ger Moment. Ich betrete den Kor­ri­dor.

Viel­leicht sollte ich mich nicht bekla­gen. Ich habe es noch ganz gut getrof­fen und muss nicht eine Ewig­keit mit Zahn­schmer­zen, zwi­schen unge­wa­sche­nen U‑Bahn-Fahr­gäs­ten, wäh­rend des Pickel­aus­drü­ckens oder beim Prok­to­lo­gen ver­brin­gen.

Ewig – da kann einem die Zeit echt lang wer­den. Bes­ser ist’s, ich akzep­tiere die mir zuge­dachte Rolle und mache das Beste draus. Habe ich eine Wahl? Nein. Also!

Ich betrete den Kor­ri­dor.