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Jadeite Pool Papaya

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Ich betrete den Kor­ri­dor zwi­schen Hob­by­kel­ler und Wasch­kü­che, den ich für meine Kor­ri­dor-Memo­ra­bi­lien reser­viert habe. Ehr­lich gesagt, hätte ich gedacht, dass Kor­ri­dore pop­kul­tu­rell nur eine mar­gi­nale Bedeu­tung besit­zen. Aber auch hier gilt mal wie­der, dass es nichts gibt, was es nicht gibt.

Eine Lese­rin hat mir eine Schnee­ku­gel geschickt mit einem Kor­ri­dor aus dem Ato­mium, in dem ich es schneien las­sen kann. Hübsch. Schnee­ku­geln habe ich immer schon gemocht. Auch die antike mit der »Rudolf Dass­ler Schuh­fa­brik«, deren Was­ser zwar schon etwas trüb ist, aber immer noch den Blick in den Kor­ri­dor des Haupt­ge­bäu­des erlaubt. Beide Schnee­ku­geln ste­hen im Regal mit den Land­kar­ten und Grund­ris­sen (wie dem, der in iso­me­tri­scher Auf­sicht die Kor­ri­dore im Hypo­gäum von Malta zeigt, oder die his­to­ri­sche Dar­stel­lung des byzan­ti­schen Kor­ri­dors zwi­schen Rom und Ravenna). Gleich dane­ben: die Pinn­wand mit Post­kar­ten von Lese­rin­nen und Lesern, viele davon mit Ansich­ten aus den Vati­ka­ni­schen Museen – klar, ihre Gale­rien erge­ben ja im Grunde einen ein­zi­gen lan­gen Kor­ri­dor, der zum Ein­gang zur Six­ti­ni­schen Kapelle ver­läuft und wie­der zurück.

Aber es waren auch noch ganz andere Sou­ve­nirs in der Post. Neben Kor­ri­dor-Kugel­schrei­bern, einem Kor­ri­dor-Tee­ser­vice aus Flo­renz, dem char­man­ten Kin­der­buch Kor­ri­dor der Zau­be­rer aus den Nie­der­lan­den und einem anti­ken indi­schen Aus­mal­buch mit lau­ter Kolo­ni­al­flu­ren und Tem­pel­gän­gen hängt ein Stück gegerb­tes Leder, das angeb­lich ein sibi­ri­scher Scha­mane mit sei­nen Erleb­nis­sen bei Rei­sen in die Welt der Geis­ter bemalt hat. Es zeigt meh­rere tun­nel­ar­tige Kor­ri­dore, die er durch­fliegt – ich will nicht aus­schlie­ßen, dass es sich hier­bei um eine Fäl­schung und bil­li­gen Tou­ris­ten­nepp han­deln könnte.

Hier liegt auch die Gedenk­me­daille für den Pol­ni­schen Kor­ri­dor, offen­bar eine his­to­ri­sche Rari­tät von eini­gem Wert. Die »Gangur«-Ansteckplakette von einem Floh­markt in Reykja­vík für eine inzwi­schen nicht mehr exis­tente Gale­rie (deren Räum­lich­kei­ten wohl Kor­ri­dore waren) habe ich sogar eine Zeit­lang beim Schrei­ben der Blog­ein­träge getra­gen – wobei ich nicht genau sagen kann, ob sie mich tat­säch­lich zu neuen Aben­teu­ern inspi­riert hat oder ein­fach nur kleine Löcher in mei­nen Blu­sen hin­ter­las­sen hat.

Beim Hin­aus­ge­hen fällt mein Blick auf das Kor­ri­dor-Spiel aus Peru, ein Brett­spiel mit mir völ­lig unver­ständ­li­chen Regeln, mit Figu­ren und ver­win­kel­ten Gän­gen, die ganz sim­pel aus Papier gefal­tet, aber hübsch anzu­se­hen sind – viel­leicht die perua­ni­sche Vari­ante vom Laby­rinth der Meis­ter? Dane­ben liegt das Spiel Quo­ri­dor aus Frank­reich, das mir mein klei­ner Bru­der zum Geburtstag198 geschenkt hat. Ich mag es beson­ders wegen eines beru­hi­gen­den Sat­zes hin­ten auf der Box: »Rassu­rez-vous: il doit vous lais­ser au moins un pas­sage libre.« Er fin­det sich zwar eigen­ar­ti­ger­weise nicht in der deut­schen Beschrei­bung, aber ansons­ten in zahl­rei­chen wei­te­ren Spra­chen. »Not to worry, there’s always a way out.«

Vie­len, vie­len Dank jeden­falls! Diese unver­hoff­ten Post­kar­ten und Geschenke aus aller Welt machen mir Mut und geben mir Kraft, auch wei­ter­hin jeden Tag vol­ler Neu­gier einen neuen Kor­ri­dor zu erfor­schen.

 

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Laby­rinth der Meis­ter: