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Án dansari dans
Ich betrete den Korridor, der mich von der Bühne weg zu meinem Umkleideraum führt. Für den Applaus, der immer noch nicht aufhören will, hat mich Emile aus der Hypnose geholt. Sie nennen mich die »Traumtänzerin«, denn ich tanze im Schlaf, ohne davon zu wissen, somnambul und in Trance. Zu dieser Séance-Darbietung kommen die Menschen in Scharen, um zu sehen, wie ich mich in einem dünnen Kleidchen aus blassblauer Seide zu Chopinmusik bewege.
Ich bin vorher immer sehr aufgeregt und habe fürchterliches Lampenfieber, aber dann versetzt Emile mich in Hypnose, und ich weiß von nichts mehr, bis meine Darbietung vorüber ist. Es sei sehr schön, was ich tanze, sehr außergewöhnlich, und es ist wohl manchmal – das sehe ich an den Angeboten, die mir Männer zukommen lassen – auch erotisch. Und das, obwohl ich niemals eine Tanzausbildung hatte.
Aber wer tanzt da? Ich bin es nicht, denn ich weiß nichts davon. Es heißt, es sei mein Unbewusstes, und andere sagen, es sei die unverfälschte Muse Terpsichore, die sich durch mich ausdrückt. Oder ist es der Tanz meiner Seele?
Gleich morgen früh reisen wir ab, um in einer anderen Stadt eine Darbietung zu geben. Albert, unser Impresario, lässt uns keine Ruhe. Ursprünglich hatte Emile nur die ständigen Kopfschmerzen behandeln sollen, die mich quälten. Er versuchte es mit Hypnose und entdeckte mein Talent. Inzwischen sind die Schmerzen fort, und vielleicht war ja das, was da in meinem Kopf rumorte, ein Elan vital, der den Menschen mit Gebärden, Mimik und Ausdruckstanz etwas sagen möchte. Ich kann nur inständig hoffen, dass es irgendwann jemand versteht.