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The Key (to Hap­pi­ness?)

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Ich betrete den Kor­ri­dor. Der Fas­zi­na­tion des ver­schlos­se­nen, ver­bo­te­nen Zim­mers kann ich mich ein­fach nicht ent­zie­hen. Mein Gemahl ist ver­reist und hat mir den Bund mit Schlüs­seln hin­ter­las­sen, den Schlüs­seln, die mir Zutritt zu allen Sälen, Zim­mern, Keme­na­ten und Kam­mern im Schloss gewäh­ren. Nur die­ses eine Zim­mer soll ich mei­den, sonst ziehe ich mir, hat er mir ange­droht, sei­nen Zorn zu. Aber die Neu­gier ist über­mäch­tig.

Die Tür ist klein, ihr Holz dun­kel. Warum sollte ich nicht hin­ein­dür­fen? Ich bin doch die Frau Baro­nin, die Schloss­her­rin. Dies alles hier gehört jetzt auch mir! Eine Stimme mel­det sich in mei­nem Kopf, als ich aus­pro­biere, ob der Schlüs­sel über­haupt passt: Was ist mit den Frauen vor mir pas­siert, auch sie Schloss­her­rin­nen, auch sie mög­li­cher­weise allein im Schloss, als der Baron auf Rei­sen war? Sie sind ver­schwun­den. Wohin?

Der Schlüs­sel passt. Die Tür knarrt leise. Ich bli­cke mich um. Steht mein Gemahl, der Baron, in einer der Nischen und beob­ach­tet mich? Nein. Der Kor­ri­dor ist leer. Ich bin allein.

Jetzt ist die Tür auf­ge­sperrt. Ich lege meine Hand auf die Klinke. »… sonst wird mein Zorn über dich kom­men!«, hat er gedroht, er, mein Gemahl, der doch sonst so über­aus sanft und zuvor­kom­mend ist. Er wird mir doch wohl kein Leid zufü­gen, nur weil ich auch die­sen Raum in mei­nem neuen Heim inspi­ziert habe. Viel­leicht erwar­tet er sogar genau das von mir? Die Klinke ist kühl. Ich drü­cke sie her­un­ter.

Er hatte mich gefragt, ob ich neu­gie­rig bin. Das war, als er mich mit Geschen­ken über­häufte, um mich davon zu über­zeu­gen, dass er der Rich­tige ist – wenn auch schon ein wenig alt und unan­sehn­lich. Und trotz der Dinge, die man sich über ihn und seine Ehe­frauen erzählt, eroberte er schließ­lich mein Herz, und ich sagte Ja. Das hatte ich damals auch auf seine Frage nach der Neu­gier geant­wor­tet. Er hatte genickt und »Gut, gut« gemur­melt.

Die Tür steht schon einen Spalt weit offen. Gleich werde ich wis­sen, was sich hin­ter ihr ver­birgt. Obwohl ich eigent­lich ver­spro­chen habe, sie nicht zu öff­nen. Aber er wird es ja nicht erfah­ren! Den­noch: Will ich von nun an mit dem Wis­sen leben, ihn betro­gen und belo­gen zu haben, unsere noch so junge Ehe damit belas­ten, ihn zu hin­ter­ge­hen? Ich ziehe die Tür wie­der zu, lasse das Schloss ein­ras­ten, drehe den Schlüs­sel herum und ziehe ihn her­aus.

Es soll keine Lügen und Heim­lich­kei­ten zwi­schen uns geben. Ich werde ihn ein­fach nach dem Zim­mer fra­gen, wenn er wie­der heim­kommt. Er wird mir sagen, was hin­ter der Tür ist und warum ich sie nicht öff­nen sollte, und dies wird eines der Mär­chen wer­den, die glück­lich aus­ge­hen: »Und wenn sie nicht gestor­ben sind …«

 

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