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Das Titelbild zeigt, hinter einem rechteckigen Rahmen oder Fenster, eine verschwommene Darstellung einer humanoiden, vermutlich außerirdischen Figur mit leuchtender Aura um den Kopf.

♫ rca­num cla­mans ♫


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Ich betrete den Kor­ri­dor, an des­sen Ende sich – hin­ter einer mas­si­ven Glas­scheibe – der befin­den soll, der mich geru­fen hat. Man hat mich durch­leuch­tet, gescannt, abge­tas­tet, mir Blut abge­nom­men, mich stun­den­lang befragt, ein Wat­te­stäb­chen mit mei­ner DNS und meine Fin­ger­ab­drü­cke archi­viert, aber die Sicher­heits­kon­trol­len lie­gen nun hin­ter mir – und unsere Begeg­nung steht unmit­tel­bar bevor. Aus den weni­gen Infor­ma­tio­nen, die man mir gege­ben hat, ent­nehme ich, dass nur noch einer der ursprüng­lich fünf Außer­ir­di­schen übrig ist, die das US-Mili­tär in den letz­ten sieb­zig Jah­ren auf­ge­grif­fen hat. Und er hat nach mir ver­langt!

Warum der Geheim­dienst dem Alien seine Bitte erfüllt, ist mir schlei­er­haft. Ver­mut­lich ein Deal. Geheim natür­lich. War bestimmt nicht leicht, mich aus­fin­dig zu machen. Der Offi­zier, der mir soeben mein letz­tes Brie­fing gege­ben hat, behan­delte mich mit kal­ter Ver­ach­tung. »Sie ver­stän­di­gen sich tele­pa­thisch mit den Wis­sen­schaft­lern«, sagte er. »Von denen hal­ten das die meis­ten nicht aus und wer­den ver­rückt dar­über, trotz jah­re­lan­gen Trai­nings dafür, dass etwas abso­lut Frem­des in den eige­nen Geist ein­dringt und darin her­um­pfuscht.« Aber wenn er wirk­lich nach mir ver­langt hat, dann doch wohl nicht, um mich zu einem Fall für die Geschlos­sene wer­den zu las­sen. Hoffe ich.

Er ist, soweit ich das im Däm­mer­licht hin­ter dem Glas erkenne, klein und schrump­lig wie E.T. Bevor ich irgend­wel­che Ein­zel­hei­ten bewusst wahr­nehme, reißt mich eine Explo­sion in mei­nem Kopf zu Boden. Wäh­rend ich hilf­los zuckend daliege, wer­den aus der Deto­na­tion ton­nen­schwere glü­hende Sym­bole, die sich mit­leid­los in alle Berei­che mei­nes Hirns ein­prä­gen wie Brand­zei­chen. Es ist keine Stimme, son­dern ein kos­mi­scher Don­ner, der mir sagt, dass ich etwas auf­schrei­ben soll, eine Bot­schaft für die Welt, ein Mani­fest, wie es noch kei­nes gege­ben hat, ein Fanal, und es soll begin­nen mit …
Ich werde bewusst­los.

Mit einem Fünf-Tage-Bart, star­ken Kopf­schmer­zen und nichts als mei­nen Erin­ne­run­gen an die Sicher­heits­pro­ze­du­ren und die tele­pa­thi­sche Bombe in mei­nem Kopf erwa­che ich zu Hause in mei­ner Bade­wanne. Einige Tage feh­len mir, und das kann auch der Schalt­tag in die­sem Jahr nicht wett­ma­chen. Ver­mut­lich hat es der Geheim­dienst von vorn­her­ein so geplant: Ich halte kei­ner­lei Beweis in den Hän­den, und kei­ner wird mir die Räu­ber­pis­tole von der Ent­füh­rung glau­ben, geschweige denn, wem ich da in einer gehei­men Mili­tär­ba­sis im süd­li­chen Nevada gegen­über­stand.

Aber das ist ja auch gar nicht wei­ter wich­tig.

Ich ver­su­che, die Bot­schaft auf­zu­schrei­ben, immer wie­der. Sollte sie wirk­lich so begin­nen, mit die­sem Satz? Habe ich das tat­säch­lich rich­tig ver­stan­den? Mein Geist ist wohl doch zu schwach und zu zer­split­tert, als dass ich das Mani­fest in sei­ner gan­zen Trag­weite und mensch­heits­ver­än­dern­den Bri­sanz zu Papier brin­gen könnte. Den­noch – auch wenn ich viel­leicht der Fal­sche bin, den der Geheim­dienst auf­ge­grif­fen hat, oder er mich weit über­schätzt hat: Es ist die ein­zige Chance. Ein ums andere Mal setze ich neu an.

»Ich betrete den Kor­ri­dor.«