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Beach Scene
Ich betrete den Korridor, den jemand akkurat in den Sand gezeichnet hat. Zwar hatte ich eigentlich den Plan, mich an dieser einsamen Bucht auf mein Handtuch zu legen und mir einfach nur die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen, doch das Strand-Graffito macht mich neugierig: Eine Tür führt in den Korridor – die Linien im Sand bilden einen sauber ausgeführten Grundriss im Maßstab eins zu eins. Offenbar bin ich nicht der einzige Architekt oder Bauzeichner, der hier Urlaub macht.
Nach rechts zum Wasser hin gibt es Fenster, frisch in den Sand geritzt; Fußspuren kann ich zwischen den Symbolen nicht entdecken. Die Wände bestehen – wie die durchgehende Schraffur zeigt – aus Mauerwerk, ich komme an einer Sesselgruppe vorüber. Eine Garderobe ist eingezeichnet, wenn auch nicht ganz DIN-gerecht, dann ein Sofa zwischen den Fenstern, neben dem, wenn ich das Symbol richtig deute, eigenartigerweise eine Waschmaschine steht. Hier schwappen gerade die auslaufenden Wellen über die Zeichnung: Dieser Korridor ist eindeutig nicht für die Ewigkeit gebaut.
Ich komme zu einem Aufzug, dessen Türen einladend offen stehen, und kann der Versuchung nicht widerstehen: Ich trete hinein. Das hätte ich besser nicht getan! Der Sand unter mir gibt nach, der Aufprall raubt mir die Sinne.
Als ich zu mir komme, ist mir sofort klar, dass es eine Falle ist. Der Sand lag auf einer Schicht Palmenblätter, die unter mir sofort nachgegeben haben. Die Grube ist tief, und es würde mich Stunden kosten, mich hier wieder herauszugraben. Schon höre ich die Trommeln der Kannibalen. Sie kommen näher. ›Fallgrube‹, denke ich, ›dafür gibt es gar kein DIN-Symbol.‹ Hätte ich nur den Warnungen im Reiseführer Glauben geschenkt, dass ihre Jagdmethoden immer ausgefuchster werden …
