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Stille Post

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Ich betrete den Kor­ri­dor. Aha, die Klopf­zei­chen kom­men aus dem Gar­de­ro­ben­schrank. Hätte ich mir den­ken kön­nen. In ihm hab ich meine Unge­duld ein­ge­schlos­sen: Sie ist es, die jetzt darin rumort und Geräu­sche macht. Meine Ver­zweif­lung habe ich in einen aus­ran­gier­ten Kof­fer gelockt, das Zah­len­schloss ver­dreht und ihn hoch auf den Klei­der­schrank gewuch­tet. Mein Ärger ist seit eini­ger Zeit sicher im Kla­vier ver­wahrt, nur manch­mal packt ihn der Jäh­zorn, und er häm­mert alea­to­ri­sche Wut­aus­brü­che auf Sai­ten und Holz­ver­klei­dung. Auch meine Unge­schick­lich­keit habe ich in einem güns­ti­gen Moment über­wäl­tigt, ans Gäs­te­bett gefes­selt und gekne­belt. In ein Schmuck­käst­lein gesperrt hockt meine Schwer­mut im Dunk­len und trieft ver­mut­lich vor Selbst­mit­leid. Mei­nen Leicht­sinn habe ich mit einem Kescher gefan­gen, dann das Netz so ver­dreht, dass ein Ent­kom­men unmög­lich ist, und es aus dem Fens­ter gehängt. Selbst meine zügel­lose Gier habe ich aus­ge­trickst und halte sie inzwi­schen mit einer Selbst­schuss­an­lage auf dem Dach­bo­den in Schach: Die kleinste Bewe­gung würde die Schrot­flinte aus­lö­sen.

Und dann kommst du, über­siehst mit einem schnel­len Blick die Sach­lage und lässt ein­fach mir nichts dir nichts im Hand­um­drehn die ganze Mena­ge­rie frei. Jetzt ist hier drin natür­lich die Hölle los, aber dir scheint’s ja zu gefal­len …

 

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