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♫ Fabel­be­ben ♫


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Ich betrete den Kor­ri­dor mit selbst­ge­ba­cke­nem Brot in der Hand. Über­all, wo ich hin­komme, gibt es ein Unglück. Doch nun will ich mein Schick­sal wen­den und der Schick­sals­frau, die mich schon mein gan­zes Leben lang auf Schritt und Tritt mit Kata­stro­phen aller Art ver­folgt, end­lich ent­ge­gen­tre­ten. Wird es gelin­gen, sie mir gewo­gen zu machen? Wird sie meine Gabe milde stim­men?

Ich folge, ohne den zahl­rei­chen Sei­ten­gän­gen Beach­tung zu schen­ken, dem Haupt­gang, der in den Berg Dikti hin­ein­ge­schla­gen ist und tief in sein Herz führt. Hier sol­len sie leben, die Schick­sals­frauen. Doch wie­der fühle ich ein Unglück nahen. Selbst hier lässt sie mich nicht in Frie­den! Ich spüre die ver­hasste Beklem­mung in mei­ner Brust, und sie wird stär­ker und stär­ker, untrüg­li­ches Zei­chen dafür, dass sie mir und allen in mei­ner Umge­bung wie­der das Leben schwer­ma­chen will.

Womit dies­mal? Wilde Tiere? Eine Über­schwem­mung? Eine Dürre mit fol­gen­der Hun­gers­not? Eine Epi­de­mie? Pira­ten­über­fälle? Eine Nie­der­lage im Krieg?

Nein.

Mit einem Erd­be­ben: Es rum­pelt grol­lend im Berg, und er schüt­telt sich, so dass ich zu Boden geschleu­dert werde und das Brot mei­nen Hän­den ent­glei­tet. Angst­er­füllt krie­che ich zurück ans Tages­licht. Nur knapp ent­komme ich dem her­ab­stür­zen­den Geröll, und kaum habe ich es nach drau­ßen auf den Fels­vor­sprung geschafft, stürzt der Kor­ri­dor ein, der zu den Schick­sals­frauen füh­ren soll. Ich höre Schreie, oder ist es das Krei­schen der Fel­sen, die zer­bers­ten?

Schlag­ar­tig ist es ruhig. Es kul­lern nur noch einige kleine Steine den Berg­hang hinab. Ich kann es kaum glau­ben: Die Beklem­mung, die mich schon mein gan­zes Leben lang erbar­mungs­los ver­folgt, hat mich ver­las­sen, und es fühlt sich ganz so an, als würde sie nie wie­der­keh­ren.

Mit neuem Mut erfüllt mache ich mich auf den Rück­weg in die Stadt, zum Palast, zu mei­nem miss­ge­bil­de­ten Bru­der, zu mei­ner Fami­lie.