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Das Titelbild zeigt neun quadratische Szenen mit Traum- und Fantasie-Motiven und der Aufschrift "dictionary of dream symbols". Zu sehen sind: Wüstenlandschaft mit Sonne, verschneite Gasse mit zwei Figuren, Pyramidenlandschaft, Filmstudio, märchenhaftes Schloss an Fluss, Wald mit großen Pilzen, Himmel mit Wolken und Lampen, Unterwasserwelt mit zwei großen Statuen, und ein langer Gang mit Schriftzug 'RUNNING STUCK' und rotem X.

♫ Heim­koma ♫


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»Ich betrete den Kor­ri­dor«, schrei­ben Sie, liebe S., »und errei­che, auch wenn ich mit aller Kraft renne, nie­mals das andere Ende, obwohl ich es so sehr ersehne. Was soll mir das sagen?«

Liebe S., wir alle ken­nen sol­che Träume, in denen uns eine unbe­kannte Kraft daran hin­dert, unsere Ziele zu errei­chen. Dabei könnte ein Kor­ri­dor für unse­ren Lebens­weg ste­hen, die seit­li­chen Türen oder Durch­gänge für mög­li­che oder auch schon ver­passte Abzwei­gun­gen, und das ersehnte Ende des Kor­ri­dors mag unse­ren größ­ten Wunsch, unse­ren »gol­de­nen Traum« ver­deut­li­chen, mit dem vor Augen wir uns durchs Leben bewe­gen.

Aber errei­chen wir ihn?

Ein Kor­ri­dor im Traum ohne Türen könnte bedeu­ten, dass du dich durch äußere Umstände oder andere Men­schen gezwun­gen siehst, einen bestimm­ten Weg ein­zu­schla­gen, ohne irgend­wel­che Alter­na­ti­ven dazu zu sehen.

Ein Kor­ri­dor mit vie­len Türen, die aber ver­schlos­sen sind, könnte die Bot­schaft für dich haben: Kon­zen­triere dich auf dei­nen augen­blick­li­chen Weg und wei­che nicht davon ab.

Und ein Kor­ri­dor, in dem du ein­fach nicht wei­ter­zu­kom­men scheinst, sym­bo­li­siert mög­li­cher­weise einen Lebens­ab­schnitt, in dem bei dir alles sta­gniert.

Dein Traum, liebe S., scheint dir zuzu­ru­fen: So sehr du dich auch anstren­gen magst – dein Ziel wirst du nie errei­chen.

Ist es also hoff­nungs­los für dich? Sagt dir dein Traum-Bewusst­sein, dass du end­lich auf­ge­ben sollst, weil du eh keine Chance hast? Ich glaube, nein. Ich glaube im Gegen­teil, dass dein Traum-Bewusst­sein dir gerne einen Weg auf­zei­gen möchte, wie du deine Ziele trotz aller nutz­lo­sen Anstren­gung doch noch errei­chen kannst.

Du ver­suchst es mit ren­nen. Doch viel­leicht wird ja dein Traum-Kor­ri­dor län­ger und län­ger, je schnel­ler du rennst. Oder es ist wie in Lewis Car­rolls Alice hin­ter den Spie­geln:

»›Nun, in unse­rem Land‹, sagte Alice, die immer noch ein wenig außer Atem war, ›kommt man, wenn man eine län­gere Zeit lang schnell rennt, gewöhn­lich an einen ande­ren Ort.‹ – ›Lahme Gegend!‹, sagte die Rote Köni­gin. ›Hier bei uns muss man so schnell ren­nen, wie man nur kann, um am sel­ben Ort zu blei­ben. Willst du woan­ders hin gelan­gen, musst du min­des­tens dop­pelt so schnell ren­nen.‹«

Also dop­pelt so schnell ren­nen? Das wäre ein schlech­ter Rat. Dein Traum scheint mir viel­mehr zu signa­li­sie­ren: Halte inne; lege eine Rast ein; ver­weile ein wenig an Ort und Stelle.

Träume sind vol­ler Magie: Viel­leicht ver­kürzt sich dar­auf­hin dein Traum-Kor­ri­dor, und das andere Ende rückt in greif­bare Nähe, so dass du nur noch gemüt­lich hin­zu­schlen­dern brauchst oder womög­lich sogar ein ein­zi­ger klei­ner Schritt aus­reicht!

Einen Ver­such – im Leben und im Traum – ist es wert, oder?

Jeden­falls vie­len Dank, liebe S., für deine Frage. Ähn­li­che Traum­er­leb­nisse beschäf­ti­gen viele Men­schen, und oft ist die Deu­tung und die Lösung eine ähn­li­che wie bei dir. Halte uns auf dem Lau­fen­den und schreibe wie­der, wenn eine ver­än­derte innere Hal­tung zu ver­än­der­ten und ganz neuen Traum­er­fah­run­gen führt.

 

   – C. d’Or (Online-Traum­deu­tung und mehr: www​.Kor​ri​do​rium​.com/de)