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Samm­ler­stück

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Ich betrete den Kor­ri­dor, jeden­falls mein kör­per­li­cher Anteil plus das, was ich für meine Iden­ti­tät halte. Meine Seele, die mich hin­un­ter in die Welt der Mate­rie geschickt hat, um hier Erfah­run­gen für sie zu sam­meln, schwebt selbst in ganz ande­ren, glück­se­li­gen Sphä­ren, in denen sie mit Kor­ri­do­ren herz­lich wenig am Hut hat. Erst am Ende, wenn ich durch die letzte Tür gegan­gen bin, wird sie meine Erfah­rungs­schätze sich­ten und davon behal­ten, was ihr zusagt: glück­li­che Erleb­nisse, Hoch- und Wohl­ge­fühle, Erfolgs­mo­mente – nur das Aller­beste für ihre Pre­tio­sen­vi­trine. Alles andere, das Nega­tive, Unschöne – von Abscheu über Miss­mut bis Zorn – wird sie indi­gniert von sich wei­sen und zurück­las­sen, weil es ihr nicht in den Kram passt und wert­los erscheint.

Und das, wo ich end­lich, nach vie­len Jah­ren und unter gro­ßen Mühen, mei­nen Frie­den mit die­ser Seite der Medaille gemacht habe!

Mein ein­zi­ger Trost ist, dass diese Hin­ter­las­sen­schaf­ten mei­ner irdi­schen Exis­tenz viel­leicht ein­mal von einem Samm­ler gefun­den wer­den, der auch diese Facet­ten des Lebens schätzt, sie auf­liest, putzt und poliert und beglückt in seine Kol­lek­tion mit auf­nimmt.