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Chro­no­klas­ten

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Ich betrete den Kor­ri­dor und schließe die Tür zum klei­nen Muse­ums­raum neben dem Pfarr­haus auf, in dem der Küs­ter seine klei­nen Erstaun­lich­kei­ten aus­ge­stellt hat, geheim­nis­volle, schnur­ge­trie­bene Maschin­chen ohne erkenn­ba­ren Zweck, Opfer­ga­ben der Wra­sen­jä­ger aus den Wäl­dern um das Dorf, die sie des Nachts den Göt­tern ihrer Göt­ter vor das schwere Boh­len­tor gelegt haben.

Man­che der Appa­rate bewe­gen sich plötz­lich, wenn die gro­ßen Glo­cken zum Got­tes­dienst läu­ten, und zuwei­len löst der Klang unse­rer klei­nen Toten­glo­cke bei ihnen ver­zwickte Selbst­zer­stö­rungs­me­cha­nis­men aus – ein­mal hat sich eine kom­pli­zierte Kon­struk­tion aus Tan­nen­zap­fen, Bast­schnü­ren und Mulch selbst ver­brannt. Doch am erstaun­lichs­ten finde ich, dass sich die kunst­voll gefer­tig­ten Vor­rich­tun­gen ohne das geringste Geräusch bewe­gen und ich nur, wenn ich mein Ohr ganz nah an die Feder­werke her­an­bringe, ein lei­ses Klop­fen hören kann wie das von den Lar­ven der Toten­uhr.

 

Toten­uhr:Link