329/398

Hor­ri­doh

Logo

 
 
 

Ich betrete den Kor­ri­dor, den die auf Pfähle gespieß­ten Häup­ter mei­ner unglück­li­chen Vor­gän­ger auf dem Weg zum Schloss bil­den. Will ich die Hand der Königs­toch­ter errin­gen, so muss ich mich vor ihr ver­ste­cken kön­nen, ohne dass sie mich auf­spürt. Doch ihr Zau­ber­spie­gel ent­deckt jeden noch so ent­le­ge­nen Unter­schlupf.

Eine Chance habe ich. Mein Freund der Fuchs gräbt mir heim­lich einen unter­ir­di­schen Gang bis direkt unter ihren Thron. Hier hocke ich und höre sie bald dar­auf böse flu­chen, denn dies­mal kann ihr Zau­ber­spie­gel mein Ver­steck nicht zei­gen. Zeternd zer­schlägt sie ihn.

Nun könnte ich tri­um­phie­rend her­vor­kom­men und mei­nen Lohn ein­for­dern, das Mäd­chen hei­ra­ten und an ihrer Seite über das Land herr­schen. Mein Freund der Fuchs sieht mich trau­rig an. Und da wird mir klar, dass ich Bes­se­res zu tun habe als mein Leben mit einer ebenso her­ri­schen wie selbst­ver­lieb­ten Prin­zes­sin zu ver­brin­gen, die immer gleich alles kurz und klein schlägt, was ihr nicht zu Wil­len ist.

Und so wurde ich am Ende zum Wan­de­rer zwi­schen den Wel­ten, dem die Men­schen und ihre Lau­nen suspekt sind und der sich ver­läss­li­che Freunde lie­ber unter den Tie­ren sucht.

 

Mär­chen­typ 329:Link