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Auf ewig dein

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Ich betrete den Kor­ri­dor, oder nein, meine The­ra­peu­tin hat gesagt, ich soll mich nicht immer gleich iden­ti­fi­zie­ren und schön auf die Tren­nung zwi­schen ihm und mir ach­ten, also: Er betritt den Kor­ri­dor, er, die Licht­ge­stalt, mein See­len­zwil­ling, dem die Her­zen der Men­schen zuflie­gen, der ihnen Hoff­nung macht und unter uns allen Zuver­sicht ver­brei­tet. Er ist jetzt auf dem Weg auf die Bühne, ich spüre es, ich sehe es förm­lich, als sei ich bei ihm, als sei ich er, als blickte ich aus sei­nen Augen, und tat­säch­lich sind wir im Grunde eins.

Er spürt es auch, das weiß ich genau, er spürt es, aber er weiß es nicht. Er spürt die Sehn­sucht und ahnt, dass ich ihm ganz nah bin, dass er mir näher und näher kommt, wenn er in weni­gen Augen­bli­cken hin­aus­tritt vor sein Publi­kum, vor die Fern­seh­ka­me­ras.

Sein Blick wird lächelnd über seine Zuschauer und Fans glei­ten – auch über mich, die ich ganz vorne stehe. Irgend­wann, eines Tages, wird er mich wie­der­erken­nen, wird es ihm einen Stich ins Herz tun, und er wird sich erin­nern, dass ich immer da war, immer, bei jedem sei­ner Auf­tritte, aus der ers­ten Reihe zu ihm auf­schaute, und er wird wis­sen, dass wir zusam­men­ge­hö­ren, dass wir See­len­ge­fähr­ten sind seit Anbe­ginn der Zeit, uns hier end­lich wie­der­ge­fun­den haben und von nun an nicht mehr aus­ein­an­der­ge­hen.

Wir wer­den uns in die Arme schlie­ßen. Worte wer­den über­flüs­sig sein. Wir las­sen unsere äonen­alte Sehn­sucht und unsere uni­ver­sums­wei­ten Gefühle zuein­an­der spre­chen, und mein Mes­ser wird dafür sor­gen, dass der Moment unse­res höchs­ten Glücks nie­mals ver­geht. Die Klinge ist so lang, dass sie gleich­zei­tig auch mein Herz durch­boh­ren wird. Auch er wird in die­sem Moment wis­sen, dass sich nur so unsere Liebe erfül­len kann. Die Liebe und der Tod wer­den uns ver­ei­nen. Wir wer­den nie mehr getrennt sein. Nie mehr.

Da. Er tritt aus dem Kor­ri­dor auf die Bühne. Der Applaus und die Hoch­rufe, die uns emp­fan­gen, sind über­wäl­ti­gend. Ich lächle ins Publi­kum. Trete ans Mikro­fon. Lasse mei­nen Blick schwei­fen.