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Plan­cho­nella cre­nata

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Ich betrete den Kor­ri­dor, ohne dass ich etwas dage­gen unter­neh­men kann. Irgend­et­was zerrt mich hin­ein, in die­ses Fege­feuer aus zucken­den Blit­zen, glei­ßen­den Git­tern und weiß­glü­hen­den Laser­strah­len, die sich mir in die Augen boh­ren und mein Gehirn ver­ät­zen. Warum immer wie­der diese über­fall­ar­ti­gen Schmer­zen im Kopf, die mich kom­plett außer Gefecht set­zen, so dass ich eigent­lich nur win­selnd in einer dunk­len Ecke hocken mag, bis die­ser Wahn­sinn vor­über ist?

Eine orga­ni­sche Ursa­che konn­ten die Ärzte bis­her nicht fin­den. Jeder Zehnte, heißt es, lei­det daran, mit einer unbe­kann­ten Dun­kel­zif­fer – obwohl es ja gerade alles andere als dun­kel ist. Die Medi­zin hat eine Reihe von Hypo­the­sen für die mög­li­chen Ursa­chen auf­ge­stellt. Na toll. Trös­tet mich wenig.

Genauso wenig wie gewisse Eso­te­ri­ker, die sagen, dass es sich um »geis­tige Wachs­tums­schmer­zen« han­delt, evo­lu­tive Anpas­sun­gen an den bevor­ste­hen­den Dimen­si­ons­wech­sel. Bevor­ste­hend? Ha! Das ist der Dimen­si­ons­wech­sel! Wenn ich von einem Augen­blick auf den ande­ren die­sen höl­li­schen Kor­ri­dor aus uner­träg­lich hel­len Flashs und einem mür­be­ma­chen­den Pul­sie­ren im Kopf betrete, dann bin ich in einer kom­plett ande­ren Dimen­sion, einer Sphäre, die der­art weit von der mensch­li­chen All­tags­welt ent­fernt ist, dass es jeder Beschrei­bung spot­tet.

Und wenn es vor­bei­geht – und alles geht irgend­wann vor­bei, oder? –, hat sich auch die All­tags­er­fah­rung ver­än­dert. Ohne Migräne durch die Welt gehen zu kön­nen, ins helle Tages­licht bli­cken zu kön­nen, klar den­ken zu kön­nen, lachen zu kön­nen: freu­de­strah­lende, fast schon para­die­si­sche Zustände!

Der Dimen­si­ons­wech­sel jeden­falls kommt nicht erst am 21.12.2012. Er liegt in jedem Ein­zel­nen von uns ver­bor­gen, hin­ter den Augen in der grauen zer­furch­ten Masse, die einem eine der­ar­tig bes­tia­li­sche Fol­ter berei­ten kann, aber eben auch eine solch über­bor­dende, alles durch­drin­gende Glück­se­lig­keit.