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Boon­dogg­ling (Exc)

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Ich betrete den Kor­ri­dor mit dem auf­ge­klapp­ten Net­book in der Hand. In der Hotel­be­schrei­bung stand etwas von Gra­tis-WLAN, aber auf dem Zim­mer ist der Emp­fang zu schwach. Scheint auch ande­ren so zu gehen: Zwei Zim­mer wei­ter hat es sich eine junge Frau, auch Kon­gress­teil­neh­me­rin, mit einem Touch­pad auf der Fens­ter­bank bequem gemacht, und am ande­ren Ende des Flurs sitzt ein älte­rer Herr in Pyjama und Bade­man­tel auf dem Korb­ses­sel und balan­ciert ein edles Ultra­book auf sei­nen Knien. Zur Begrü­ßung im Kor­ri­dor nickt er mir kurz zu.

Es ist tief in der Nacht. Unsere Gesich­ter erhellt der Wider­schein unse­rer Dis­plays, jeder in sei­nem Daten­strom trei­bend. Drau­ßen rauscht es. Eine Auto­bahn gibt’s hier nicht in der Nähe. Ver­mut­lich ist es der Wind in den Bäu­men.

Bei Twit­ter schreibt die Gemeinde, dass heute, am 12. August, der Per­sei­den­schauer sei­nen Höhe­punkt hat. Ich wäre auch gern ein Per­sei­den-Schauer. Stern­schnup­pen! Habe lange keine mehr gese­hen. Wün­sche hätte ich schon. Jede Menge. Geld. Liebe. Kar­riere. Ein­fach mal Zeit für mich in der Natur. Ich kli­cke wei­ter. So was müsste sich doch fin­den las­sen. Auf You­Tube bei­spiels­weise. Da gibt’s doch bestimmt Film­chen von Leu­ten, die ihre Han­dy­ka­me­ras in den Nacht­him­mel gerich­tet und das Auf­glü­hen ein­ge­fan­gen haben. Inner­lich for­mu­liere ich schon die ers­ten Wün­sche …

 

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