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Das Titelbild zeigt einen Blick auf eine prunkvolle Theaterbühne mit geschlossenem, mehrfarbigem Vorhang und einem Rednerpult davor, umgeben von reich verzierten goldenen Stuckelementen und roten Sitzreihen im Zuschauerraum. Ein zerknüllter Zettel liegt neben dem Rednerpult.

♫ This Sud­den Hal­le­lu­jah Fee­ling ♫


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Ich betrete den Kor­ri­dor. Einen Moment lang bin ich hier allein. Gleich wird mein Name fal­len, und ich soll raus auf die Bühne tre­ten. In dem Leih-Frack ist mir unwohl. Mit der Fliege am Revers fühle ich mich wie zum Kar­ne­val ver­klei­det. Ich schwitze in dem unge­wohn­ten Auf­zug, und als ich mir über die Stirn wische, sind da auch schon die ers­ten Schweiß­per­len. Oh Mann! An mei­nen Magen darf ich gar nicht den­ken. In was für eine Situa­tion habe ich mich da nur gebracht?

Dabei – führe ich mir vor Augen – habe ich doch jetzt end­lich die Chance, viele Men­schen zu errei­chen. Aber was soll meine Bot­schaft sein? Wie kann ich etwas bewir­ken, nicht nur in der Presse und der Blogo­sphäre, son­dern ganz hand­fest in der Welt?

Meine schweiß­feuch­ten Fin­ger umklam­mern den Zet­tel in der Frack­ta­sche mit den Noti­zen für meine Dan­kes­rede. Dies ist die eine von zwei Ver­sio­nen, die offi­zi­elle, die ich mit den Ver­an­stal­tern abspre­chen musste. Die andere, inof­fi­zi­elle, geheime, exis­tiert nur in mei­nem Kopf: eine Kampf­an­sage ans Estab­lish­ment, ein flam­men­der Auf­ruf gegen die all­ge­gen­wär­tige Pro­fit­gier und die gedan­ken- und gna­den­lose Plün­de­rung unse­rer Res­sour­cen – der lite­ra­ri­schen und mytho­lo­gi­schen, die unse­ren Kin­dern eine leere und lebens­feind­li­che Welt aus lau­ter Wort­hül­sen hin­ter­las­sen wird.

Vom Saal her dringt gedämpft Applaus zu mir. Gleich ist es soweit. Ich zer­knülle den Zet­tel in mei­ner Frack­ta­sche und inner­lich den mit den Noti­zen für meine Revo­lu­ti­ons­rede. Ich werde da raus­ge­hen, den Kor­ri­dor ver­las­sen und die Bühne betre­ten, um dann ein­fach das zu sagen, was mir ein­fällt – indem ich mit dem Satz anfange, den ver­mut­lich alle von mir erwar­ten, ob sie’s wis­sen oder nicht, und dann impro­vi­siere, wie ich es immer tue, immer schon getan habe.