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♫ No Woolgathering Allowed ♫
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Ich betrete den Korridor: An den Wänden zwischen den Türen, über denen sich jeweils eine Zahlenanzeige befindet, stehen Stühle für die Wartenden. Alle sind besetzt. 312 lese ich auf einer der Anzeigen, 313 auf einer anderen, und die dritte springt gerade von 311 auf 315. Ich sehe auf den Zettel in meiner Hand. 288. Ich hätte nicht trödeln dürfen! Meinen Aufruf jedenfalls habe ich offenbar verpasst.
Ich drehe mich um, will zurück, mir im Foyer eine neue Wartenummer ziehen. Doch auch über der Tür, durch die ich den Korridor betreten habe, befindet sich eine Anzeige: 314. Einen Moment lang bin ich verwirrt. Einen anderen Ausgang gibt es nicht, und – ich blicke mich noch einmal prüfend um – einen Nummernautomaten auch nicht. Aber so leicht gebe ich mich nicht geschlagen.
Die 314 über mir springt mit einem Klacken auf die 316 um. Ein junger Mann steht auf. Das ist meine Chance. Doch als er merkt, dass ich mich einfach mit ihm durch die Tür drängen will, bedenkt er mich mit einem abfälligen Blick und blockiert bis zuletzt den Türspalt. Betont schnell und kräftig zieht er die Tür hinter sich zu.
Ich mustere die anderen Wartenden. Der Blick der meisten geht ins Leere. Manche drehen gedankenverloren ihren Zettel zu Röllchen zusammen oder falten sie. Einige Halbwüchsige sind dabei, die auf ihr Smartphone starren oder mit den Daumen auf eine PSP einprügeln.
Ein Stuhl ist freigeworden. Ich setze mich. Den Gedanken, jemandem hier seine Nummer zu stehlen, verwerfe ich gleich wieder. Die Anzeigen sind dreistellig. Irgendwann wird die 999 erreicht sein. Und dann beginnt wieder alles von vorn. Ich umklammere fest meinen Zettel. Meine Zeit wird kommen.

