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Schiz-o-rama (We Are Many)
Ich betrete den Korridor im Kabinett des Dr. Caligari. Eine verrückte schwarz-weiße Geometrie mit konfus stürzenden Linien umfängt mich, der Korridor scheint sich ins Unendliche zu dehnen – oder ist es so, dass ich schrumpfe und sich die Welt um mich herum in irrsinnige Dimensionen verzerrt? Abgründe tut sich vor mir auf, ein geistesgestörter Strudel entarteter Un- oder Übermenschlichkeit zerrt mich unsanft in tiefste Umnachtung und groteske Allmachtsgefühle.
»Aufhören, aufhören!«, rufe ich, und schließlich zieht mich eine Hand aus dem Korridor heraus. Ich muss mich an eine Wand stützen und erst einmal den Schwindel und den Aberwitz, die mich gepackt hatten, aus mir herausschütteln.
»Alles klar, Professor?«, fragt einer der Studenten, die mir ihren Schizophrenie-Simulator vorführen wollten.
»Wahnsinn«, sage ich, und sie klopfen sich stolz auf die Schultern. Nette und ambitionierte Jungs und Mädels eigentlich, aber plötzlich kommen sie mir wie Insekten vor, Ameisen, die man zertreten oder mit kochendem Wasser übergießen sollte. Ich sollte jedoch klug vorgehen und darf mir nichts anmerken lassen. Ich werde ihren Simulator konfiszieren und offiziell auseinanderbauen lassen. Ich behaupte einfach, er löse psychotische Schübe aus. Vielleicht halte ich sogar eine Vorlesung darüber. Tatsächlich aber werde ich ihren Simulator zu mir nach Hause schaffen und ihn für meine Zwecke nutzen. Vielleicht bin ich gnädig und mache sie zu meinen willenlosen Sklaven: eine Armee ergebener Schergen, die mir helfen wird, die Weltherrschaft zu erringen.