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Die größte aller Rei­sen

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Ich betrete den Kor­ri­dor, der mich zur Zelle des Meis­ters führt. Mön­che wie ich haben den har­ten Stein des Ber­ges über Jahr­hun­derte hin­weg bear­bei­tet, um unser klei­nes Klos­ter hin­ein­zu­schla­gen. Die nack­ten Stein­wände erzeu­gen ein Gefühl von Ehr­furcht in mir – es ist, als ob die dunkle, stille Seele des Ber­ges mich berüh­ren würde. Ich klopfe an die schlichte Holz­tür. Dann trete ich ein.

»Es mag dir schei­nen, als schrit­test du in der Zeit voran, und du seist es, der seine Erfah­run­gen wählt. Doch es ist umge­kehrt: Die Erfah­run­gen wäh­len dich.«

Ich ver­su­che, die Worte des Meis­ters zu ver­ste­hen: Ich schreite also im Leben eine Art Kor­ri­dor ent­lang, doch trete durch keine der Türen, die sich öff­nen, wähle keine der Mög­lich­kei­ten und Erfah­run­gen selbst, son­dern die Türen öff­nen sich statt­des­sen auf den Kor­ri­dor, und alle Begeg­nun­gen fin­den dort statt!

Der Meis­ter: »So scheint es dem, der sein wah­res Wesen erkannt hat. Doch auch den Kor­ri­dor selbst hast du nie betre­ten.«

Ich bin ver­wirrt.

Was bleibt dann noch?!

»Geh hin­aus vor den Berg und suche Holz für die Feu­er­stelle.«

Ich trete hin­aus.

Die Sonne scheint.

Ein altes Kin­der­lied kommt mir in den Sinn. Sum­mend hüpfe ich die aus dem Fels geschla­ge­nen Stu­fen hinab zum klei­nen Wäld­chen am Fuße des Ber­ges.