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Itsumaden
»Ich betrete den Korridor« ist ein Mem, das – so leid es mir tut, das konstatieren zu müssen – von Vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Meme sind erfolgreich, wenn sie sich verbreiten und von möglichst vielen Menschen genutzt werden. Die Idee der Snooze-Taste beispielsweise. Oder der Einsatz eines Fortschrittsbalkens bei Vorgängen von ungewisser Dauer. Solche Meme sind weltweit aufgegriffen worden, denn ein attraktives Mem benötigt neben einer gewissen Griffigkeit eine hohe Anwendungsrelevanz und sollte in einer möglichst universalen Situation spezifisch und mit Mehrwert zum Gebrauch kommen können.
»Ich Tarzan, du Jane!« beispielsweise hat in dieser Hinsicht deutlich mehr Potenzial als »Ich betrete den Korridor«: Die Situation ist weniger abstrakt, sondern zielt auf einen konkreten Bereich der menschlichen Erfahrung: die Mann-Frau-Beziehung. Dabei drückt »Ich Tarzan, du Jane!« nicht nur Gefühle aus, sondern spricht mittels reduzierter Sprache primitive Teile des menschlichen Gehirns an und transportiert durch die Anspielung darüber hinaus noch einen gewissen Humor.
»Ich betrete den Korridor« dagegen ist zwar eine situative Beschreibung, die auf physischer Ebene und möglicherweise auch in übertragener Bedeutung häufiger vorkommen mag als eine »Ich Tarzan, du Jane!«-Situation. Doch eine Sensibilisierung für das entsprechende Mem und seine Manifestierung durch wiederholten Einsatz – und sei es nur das Aussprechen in Gedanken – ist eher unwahrscheinlich, da es sich um einen alltäglichen Vorgang handelt, der keine Aufmerksamkeit erfordert und dem eine Versprachlichung keinerlei Mehrwert hinzufügt. Es bleibt ein Satz ohne spezifischen Charakter und ohne Symbolwert, anders als – um ein weiteres Beispiel zu nennen – »Holla die Waldfee«. Um in den Sprachgebrauch aufgenommen und zum geflügelten Wort zu werden reicht eine Eins-zu-eins-Beschreibung eines banalen Sachverhalts einfach nicht aus.
Sorry, aber mit »Ich betrete den Korridor« ist als Mem kein Blumentopf zu gewinnen.