82/398

♫ Stock-still Life ♫
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Ich betrete den Korridor. Ein letzter Kontrollgang. Dann wird das alles hier für immer versiegelt werden. Mit riesigen Mengen von Stahlbeton. Oben, an der Oberfläche, stellen wir eine Stele auf, einen grauen Monolithen. Härtester Granit. Es ist eine Bildergeschichte aus Piktogrammen hineingemeißelt. Sie soll auch in ferner Zukunft noch eine Warnung sein und zeigt Menschen, die in den Boden graben. Die tief unten den Stahlbeton erreichen und ihn zertrümmern, um noch tiefer zu kommen. Die ihre Suche aufgeben, ohne etwas Brauchbares gefunden zu haben. Und dann, nach längerer Zeit, elend sterben.
Die Zeitspanne zwischen ihrem leichtsinnigen Vorstoß in die Tiefe und dem darauf folgenden Tod hat die Künstlerin mit Apfelbäumen dargestellt, die an der Erdoberfläche wachsen: Anfangs noch Schösslinge, tragen sie schließlich erste Früchte – doch da sind von den Eindringlingen nur noch Skelette übrig.
Hier unten ist alles in bester Ordnung. Ich nehme den Aufzug, lege den Strahlenschutzanzug ab, dusche gründlich, gebe das finale Okay und fahre nach Hause zu meiner Frau und dem Hund.

