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Milli líf­tíma

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Ich betrete den Kor­ri­dor vol­ler Ehr­furcht. Die Engel haben mir ein wei­ßes Gewand über­ge­zo­gen, und alles hier besitzt die­ses gewisse innere Strah­len der astra­len Sphä­ren. Es ist ein hei­li­ger Moment. Ich suche mir – hin­ter einer die­ser Türen, die aus schim­mern­dem Milch­glas zu bestehen schei­nen – meine nächste Lebens­zeit aus. Lie­ber ein Junge (rechts) oder ein Mäd­chen (links)? Wel­cher Mensch­heits­epo­che, wel­cher Kul­tur sol­len die Eltern ange­hö­ren?
Aine­dra lässt meine Hand los. Sie sieht mich noch ein­mal mit leuch­ten­den Augen an, bevor sie eine Tür links nimmt. Sie ver­schwin­det hin­ter dem Milch­glas, ein paar Augen­bli­cke lang kann ich noch ihren Umriss erken­nen. Dann ist sie fort. Werde ich sie wie­der­fin­den, wie­der­lie­ben kön­nen? Die Welt ist groß, der Kor­ri­dor lang. Ich wähle eine der Türen rechts. Als ich durch das Milch­glas trete, habe ich mit einem Mal alles ver­ges­sen – den Kor­ri­dor zwi­schen den Leben, Aine­dra, mich.
Und alles beginnt von Neuem.

 

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