104/398

♫ Tous les trente-six du mois ♫
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Ich betrete den Korridor. Und bitte glauben Sie nicht, dass es mir leicht fiele. Es ist jedes verdammte Mal wieder ein Angang, eine Strapaze, ein weiteres Über-den-eigenen-Schatten-Springen. Nicht zu wissen, was mich erwartet. Die Qual der Wahl, wenn Türen zu den Seiten abgehen, geschlossen, aber nicht abgeschlossen, unbeschriftet und ohne einen Hinweis darauf, wohin sie sich öffnen. Die ungeheure innere Anspannung, weil es ja eine Falle sein könnte oder hier neue, ungeschriebene Gesetze gelten, die mir den Tod oder Schlimmeres bringen können, wenn ich sie unwissentlich überschreite. Die Gewissheit, es wird nicht der letzte Korridor sein, und, nein, es wird wohl auch nie leichter werden, sie zu betreten. Im Gegenteil. Von Mal zu Mal fällt es mir schwerer.
Ich bin nicht für Korridore geschaffen. Lassen Sie mich den Regenwald betreten, entsenden Sie mich auf terrassierte Reisfelder oder schicken Sie mich meinetwegen in die Wüste! Aber Korridore, immer diese – wie viele schon? Über hundert? – enervierenden Gänge, Flure, Zimmerfluchten?!
Nun gut. Es muss wohl sein. Ich betrete den Korridor.

