11/398

♫ Vonlenska ♫
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Ich betrete den Korridor und schließe die Tür hinter mir. Tausend Gefahren muss ich überwinden, bis ich zu dir kommen kann. Aber jetzt bin ich in Sicherheit. Du hast hier kein Fernsehen*, kein Radio**, kein Telefon***. Wenn ich die Uhrzeit wissen will, muss ich in den Spieleschrank oder hinter die Fotobände im Regal schauen. Auch dann ist nicht sicher, welche Zeit deine Uhr gerade zeigt.
Du hast alle Zeit der Welt für mich, fast immer gute Laune, tröstende Worte von Fall zu Fall und manchmal richtig nette Leute zu Besuch. Ich mag gerne mit dir schweigen, und wenn mein Herz übervoll ist, bist du die aufmerksamste Zuhörerin der Welt.
Dein Tee ist der wohlschmeckendste, das muss an dir liegen und deinem Wupp. (»Wupp« nannten wir da, wo ich aufgewachsen bin, das Ziel beim Versteckspielen und die neutrale Zone beim Fangen.) Und immer scheint die Sonne herein. Oder der Mond.
Und doch – warum? – treibt es mich immer wieder auf die Straße, ins Leben zurück. Du magst es gelassen hinnehmen, aber ich: verstehe mich selbst nicht mehr.
* das tumbt
** das plärrt
*** das schrillt

